Ehrenamtsempfang und Erinnerung an 80jähriges Bestehen
Den jährlichen Empfang für Ehrenamtliche, die die Arbeit des Nachbarschaftszentrums in Friesdorf unterstützen und ermöglichen, verbinden wir in diesem Jahr mit der Erinnerung an das 80jährige Bestehen des Ortsvereins der AWO Bad Godesberg nach der Zeit des Nationalsozialismus.
Ansprache zum Empfang
Liebe Freunde und Freundinnen der AWO Bad Godesberg,
herzlich Willkommen an alle Ehrenamtlichen, auch an diejenigen, die heute aus dem Hubert-Peter-Haus dazu gekommen sind.
Ganz besonders begrüße ich Azra Zürn, Dezernentin der Stadt Bonn für Kinder, Jugend, Familie, Schule, Soziales, Wohnen, also für alle Bereiche, die die soziale Qualität einer Stadt ausmachen. Danke, dass Sie sich, dass Du Dir die Zeit genommen hast, zu uns zu kommen und anschließend das Wort an uns zu richten.
Wir treffen uns heute an einem historisch bedeutsamen Tag. Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu einem Volksaufstand gegen Unterdrückung und gegen eine drastische Erhöhung der Arbeitsnormen. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen. In der Bundesrepublik wurde der 17. Juni als Tag der deutschen Einheit zum Feiertag erklärt. Dies blieb so, bis die deutsche Einheit Wirklichkeit wurde und der 3. Oktober zum Einheits-Fest- und Feiertag erklärt wurde.
Den jährlichen Empfang für Ehrenamtliche, die die Arbeit des Nachbarschaftszentrums in Friesdorf unterstützen und ermöglichen, verbinden wir in diesem Jahr mit der Erinnerung an das 80jährige Bestehen des Ortsvereins der AWO Bad Godesberg nach der Zeit des Nationalsozialismus.
Auch unsere AWO ist natürlich älter als 80 Jahre. Deutschlandweit wurde die AWO 1919 durch eine starke bis heute tragende Initiative und die sozialen Ideen von Marie Juchacz gegründet.
Vor 10 Jahren haben wir zum 70. Jubiläum der 1946 wiedergegründeten AWO eine Festschrift erstellt und bei den Recherchen einen Zeitungsausschnitt gefunden, der vermuten lässt, dass die AWO in Bad Godesberg 1924 gegründet wurde.
In der Zeit des Nationalsozialismus war sie verboten, aufgelöst, enteignet. Viele Führungskräfte, auch Marie Juchacz, mussten flüchten und ins Exil gehen, andere wurden ermordet.
In der Bundesrepublik wurde die AWO wiedergegründet, jetzt allerdings auf allen Ebenen nicht mehr als Teil der SPD, sondern in der Rechtsform eines eigenständigen Vereins.
Die AWO ist eine der großen Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland. Sie ist eigenständig, föderal aufgebaut und partei- und konfessionsunabhängig. Aber wir wissen natürlich um unsere Wurzeln und unsere Entstehung.
Das hohe Ausmaß an ehrenamtlicher Tätigkeit in der sozialen und gesellschaftlichen Arbeit, auch in der Vorstandsarbeit, ist ein besonderes Merkmal der AWO.
Hier schließt sich der Kreis. Es passt, den Ehrenamtlichen für ihre Tätigkeit zu danken und gleichzeitig an die Geschichte der AWO, die bis heute stark von Ehrenamtlichkeit geprägt ist, zu erinnern.
„Demokratie geht nicht ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und gesellschaftlicher Zusammenhalt geht nicht ohne Ehrenamt.“ So unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kürzlich zum 23. Mai, dem Tag des Inkrafttretens im Jahr 1949 des in Bonn verabschiedeten Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
Unser Nachbarschaftszentrum in Friesdorf mit all seinen Angeboten von Bildung, Beratung und Begegnung und mit seiner Anziehungskraft für Menschen in ganz Bad Godesberg könnte nicht dieser spannende Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen und Gruppen sein, wenn es diesen ehrenamtlichen Einsatz nicht gäbe.
Wichtig ist allerdings die hauptamtliche Koordination, seit einem Jahr durch Leonie Kolter verantwortet. Beides ergänzt sich hier aufs Beste.
Meine Bitte an die Ehrenamtlichen: halten Sie uns weiterhin die Treue, erzählen Sie anderen, was Sie tun und wieviel Freude das macht. Damit wir mehr werden! ...